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Das Fach WiPo in der Sekundarstufe I:

Der achte Jahrgang wurde an unserer Schule schwerpunktmäßig ausgesucht, um das Fach WiPo in der Sekundarstufe I zu vermitteln. - Dazu hat die Fachgruppe die Erstellung eines Kompendiums beschlossen, welches alle vier Themenbereiche der neuen Fachanforderungen abdecken soll. Hierbei sollen sowohl wichtige Grundlagen zur weiteren Vertiefung in den kommenden Jahrgängen gelegt werden, als auch den SchülerInnen, die die Schule mit dem ESA oder dem MSA verlassen, ein respektables Grundwissen an die Hand gegeben werden.

Hier eine kurze Übersicht über die vier Themenbereiche:

Themenbereich 1: Politik betrifft uns

Es soll ein umfangreiches Grundgerüst über unsere Demokratie vermittelt werden, die Kommunikations- und die Partizipationsmöglichkeiten in der Demokratie, ebenso wie die Rechte und Pflichten der Bürger, die Wahlen und die politischen Entscheidungsebenen betreffend.

Themenbereich 2: Jugendliche in einer sich wandelnden Gesellschaft

Hier steht das große Thema Sozialisation im Mittelpunkt, das im Wesentlichen die Familie und andere Sozialisationsinstanzen behandelt. Darüber hinaus geht es um die Problematiken, die den Umgang mit den sozialen Netzwerken, sowie die Migration und Integration, den demografischen Wandel und Fragen zur sozialen Ungleichheit in der Gesellschaft, betreffen.

Themenbereich 3: Wirtschaft betrifft uns

Das Thema beschäftigt sich mit der Bedeutung der Jugendlichen als Konsumenten, der Funktion des Geldes, den Aufgaben eines Marktes wie den Grundprinzipien der Sozialen Marktwirtschaft.

Themenbereich 4: Begegnungen mit der Arbeitswelt und Berufsorientierung

Speziell an unserer Schule ist dieser Themenbereich zu einem Schwerpunkt unterrichtlicher Arbeit geworden; die KTS ist in diesem Themenbereich inzwischen durch zahlreiche Projekte vernetzt und mit dem Berufswahlsiegel Schleswig-Holstein ausgezeichnet worden. Die Schüler*innen werden in diesem Themenbereich ihrer Neigungen und Fähigkeiten bewusst und auf ihr Betriebspraktikum vorbereitet.

Das Fach WiPo in der Oberstufe – ein Überblick:

Das Fach setzt sich aus drei wissenschaftlichen Säulen zusammen: der Soziologie, der Politologie und der Ökonomie. Alle drei Teilbereiche sollen bezüglich der Grundlagen in der Einführungsphase des 11. Jahrgangs (E 1 und E 2) behandelt werden.

Mit den Qualifizierungsphasen Q1 und Q2 des 12. und 13. Jahrgangs nehmen propädeutische Gesichtspunkte bei der Behandlung komplexer Zusammenhänge einen immer größeren Raum ein.

Die Qualifizierungsphase 1 im 12. Jahrgang:

Q1.1: Hier sollen grundlegende und vertiefende Inhalte zu betriebswirtschaftlichen und volkswirtschaftlichen Frage- und Problemstellungen behandelt werden. Am Ende steht das Wirtschaftspraktikum.

Q1.2: Im zweiten Halbjahr stehen der Prozess der europäischen Integration, die Entscheidungsprozesse und Herausforderungen der EU sowie ihre gegenwärtige Krise im Mittelpunkt.

Bei der Qualifizierungsphase 2 des 13. Jahrgangs werden bereits behandelte Themen mit weiteren Inhalte kumulativ vernetzt und vertiefend behandelt. Neben dem verbindlichen Thema Q1 „Internationale Friedens- und Sicherheitspolitik im 21. Jahrhundert“ besteht in Absprache mit den SchülerInnen und in Vorbereitung auf das Abitur im zweiten Halbjahr eine gewisse Wahlfreiheit zwischen insgesamt vier Themenkomplexen: Q2.2 Die Zukunft des Sozialstaates; Q2.3 Der Prozess der Globalisierung ; Q2.4 Medien und Politik und Q2.5 Ökonomie und Ökologie .

Das Wirtschaftspraktikum in der Oberstufe

Neben diversen Praktika in der Sekundarstufe 1 ist auch ein Wirtschaftspraktikum im 12. Jahrgang der Oberstufe verbindlich vorgeschrieben. - Hierbei soll nicht die berufliche Orientierung,sondern die ökonomische Sichtweise auf einen Betrieb eigener Wahl im Vordergrund der Untersuchung stehen (was bei kluger Auswahl durchaus künftige berufliche Interessen mit einschließen kann).

Ein Betrieb wird normalerweise im näheren Umfeld der Schule gewählt, dieser darf sich beim vorliegenden Praktikum aber auch in ganz Deutschland oder im Ausland befinden, wenn persönliche Kontakte und Unterbringungsmöglichkeiten das zulassen. Die FG WiPo hat es sich im Rahmen ihres propädeutischen Auftrags zum Ziel gesetzt, statt des üblichen Praktikumsberichts eine kleine „wissenschaftliche Hausarbeit“ anfertigen zu lassen, mittels der die Grundprinzipien des schriftlichen wissenschaftlichen Arbeitens ( Aufbau, Materialbeschaffung, Zitierweise etc.) gelernt und abgeprüft werden können. Der in diesem Zusammenhang eingeforderte eigenständige Forschungsauftrag soll – in Absprache mit dem Betrieb und den WiPo-LehrerInnen – in einem konkreten betriebs- und volkswirtschaftlichen Zusammenhang zum Praktikumsplatz stehen.

Gerade bezüglich dieses, seit 2008 an unserer Schule etablierten, Verfahrens, zieht die Fachgruppe eine sehr positive Bilanz: Die Lernerfolge und Vorbereitungseffekte für ein Universitätsstudium haben sich als außerordentlich nachhaltig erwiesen.

Die Berlinfahrt des 11.Jahrgangs

Seit nunmehr über 20 Jahren ist die Berlinfahrt des 11.Jahrgangs im pädagogischen Konzept der Fachgruppe WiPo fest verankert. Als geeignetster Zeitpunkt hat sich in den letzten Jahren der Halbjahreswechsel im Januar/Februar erwiesen. Zu diesem Zeitpunkt wird das Thema „Die Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland“ unterrichtet, wodurch sich die Möglichkeit ergibt, den theoretischen Stoff über die Verfassungsgrundsätze unserer Demokratie – einschließlich des Wahlsystems, der Gewaltenteilung und des föderalen Systems – einmal konkreter am Besuch diverser Institutionen wie Bundesrat, Bundestag und einiger Ministerien nachzuvollziehen und zu vertiefen.

Darüber hinaus lassen sich nirgendwo besser als in Berlin die Wirrungen der jüngeren deutschen Geschichte nachvollziehen und besichtigen. Als Beispiel sei der Bau des Reichstagsgebäudes nach 1871, dessen Brand im Februar 1933 und die Rekonstruktion durch den britischen Stararchitekten Sir Norman Forster nach 1991 genannt. - Berlin bietet, kurz gesagt, eine Vielzahl von Anlaufpunkten und Besichtigungsmöglichkeiten:

Dazu zählen das Holocaust-Mahnmal samt angeschlossenem Museum, die Gedenkstätte „Topographie des Terrors“, das Mauermuseum an der Bernauer Straße und das inzwischen zur Gedenkstätte umgestaltete Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen. Gerade der Besuch des letzteren gehört, wie sich erwiesen hat, bei den SchülerInnen zu den eindrucksvollsten Erinnerungen der Berlinfahrt.

Im heutigen Berlin, das jährlich von Millionen Touristen besucht wird, ergeben sich außerdem eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Gestaltung eines Freizeitprogramms. Der regelmäßige Besuch des Theaterstücks „Linie 1“ im Hansatheater gehört für uns dazu. – Letztlich wird es auch als außerordentlich positiv empfunden, dass im Rahmen dieser Fahrt der gesamte Jahrgang unterwegs ist, und sich somit die Möglichkeit ergibt, auch einmal die SchülerInnen der anderen Klassen näher kennenzulernen.

Erstes KTS-Diskussionsforum zur Bundestagswahl

Der Termin für das Forum war der 4.11.2016, 10.30- 12.00 Uhr,der Ort: unser Pädagogisches Zentrum; das Motto: Lebendige Begegnung mit der „echten Politik“; und das Fazit: Viel Lob, aber auch einige Differenzen.

Um die SchülerInnen angesichts der bevorstehenden Bundestags- (und auch Landtags-) wahlen näher an die tatsächlich agierende Politik heranzubringen, aber auch um das eigenständige Urteilsvermögen zu verbessern und zu praktizieren, entschloss sich die Fachgruppe WiPo zum Mittel der „Originalen Begegnung“zu greifen, in diesem Fall zur Einladung von Politikern verschiedener Parteien im Rahmen der ersten Vorhabenwoche (VHW) des Schuljahres 2016/17, die für den 12. Jahrgang unter dem Thema „Wahlen“ stand. – Als Themenschwerpunkte wurden zwei Bereiche gewählt, deren Priorität sich für die kommende Bundestagswahl sich schon jetzt herausschält: die Renten- und die Flüchtlingspolitik.

Die Vor- und Aufbereitung der Themen erfolgte für den 12. Jahrgang im Rahmen der VHW. Der 13. Jahrgang war als Gast im Publikumsbereich eingeladen; er beteiligte sich dann auch sehr munter an der Diskussion. – Als Gäste auf dem Podium erschienen: Lasse Petersdotter (Grüne), Kai Richert (FDP), Göstan Beuthin (Linke), Arne Rüstemeyer (CDU), Kai Vogel (SPD) und Frank Hansen (AFD). - Die Diskussionsleitung hatten Frau Mees und Herr Künkenrenken.

Bereits im Vorfeld bekamen die SchülerInnen Einblick in eine nicht mehr nur theoretische, sondern praktisch erlebte politische Auseinandersetzung: Während der Schulleiter und die FG WiPo sich angesichts der Umfragen und der in der letzten Landtagswahl erzielten Ergebnisse (aber auch weil sie ein „Totschweigen“der AfD nicht für ein vernünftiges Verfahren im Umgang mit legal zugelassenen Partei erachteten) sich für eine Einladung auch eines AfD-Vertreters entschieden, lehnten Teile der Schülerschaft und einige Elternvertreter dessen Teilnahme ab.

Die Diskussion selbst verlief nach vorgegebenen Spielregeln: Zunächst durften sich die Parteivertreter vorstellen und ihre zum Thema Rentenpolitik stark voneinander abweichenden Konzepte darlegen, dann kamen auch die SchülerInnen mit Nachfragen und Diskussionsbeiträgen zu Wort. In der Debatte zeigte sich, dass sich die Vertreter der derzeitigen Regierungskoalition (CDU und SPD) stark auf Verbesserungen im Rahmen des bestehenden Systems konzentrierten, während die FDP mehr Flexiblität auch im Rahmen des Renteneintrittalters einfordete und die Grünen wie die Linken für neuartige Formen einer Bürgersicherung plädierten, in die auch die durch den Produktivitätsfortschritt erzielten Gewinne mit einfließen sollen. - Gänzlich abgelehnt wurde der Beitrag der AfD, wonach das im System enthaltene demographische Fundament nur durch Zeugung von mehr Kindern im Rahmen einer klassischen Familienpolitik korrigiert weden könne. – Dieser Beitrag traf auch auf lautstarke Proteste aus dem Publikum: Einige SchülerInnen traten vehement für die -inzwischen in der gesellschaftlichen Entwicklung errungene -Vielfalt an Lebensgestaltungskonzepten ein.

Auch beim Thema „Flüchtlingspolitik“ kamen die unterschiedlichen Standpunkte zum Tragen. Es bildete sich so etwas wie eine (fast) Allparteienkoalition heraus, die die bisher praktizierte Politik der Regierung Merkel unterstützt und ihr im Wesentlichen ein fehlerfreies Agieren attestierte. Dem widersprach die AfD vehement. Ihrer Meinung nach handelt es sich um eine regelrechte „Flüchtlingskrise“ der Bundesrepublik Deutschland, deren Folgen noch nicht abzusehen seien und in deren Verlauf Gesetze gebrochen und das Parlament nicht beteiligt worden sei. Diese These lehnten die beiden Vertreter der Regierungskoalition entrüstet ab, der FDP-Vertreter verwies aber andererseits auf die defacto Außer- Kraft-Setzung des Dublin-Abkommens und einiger Bauvorschriften.

Auch wenn sich nicht alle Beiträge der Parteienvertreter und des Publikums in der gebotenen Kürze aufzeigen lassen, so muss doch berichtet werden,dass die Diskussion in diesem Teil sehr viel lebendiger ablief: Einige SchülerInnen nutzten die Phase,um –mittels Plakatunterstützung - lautstark auf ihre ablehende Haltung zur AfD insgesamt hinzuweisen, was andere SchülerInnen wiederum zu einer Forderung nach einer sachlichen und geordneten Diskussion veranlasste. –Hier erwies sich die Versammlung mit ihren ca. 200 SchülerInnen z.T. auch als Abbild der gesamtgesellschaftlichen Differenzen – eben als ein Teil einer gelebten Demokratie.

Die angesetzte Zeit erwies sich als viel zu knapp. Obwohl ca.15 Minuten überzogen wurde, hielt es alle im Publikum – teils gebannt,teils aus Höflichkeit - noch auf den Plätzen. Eine Situation,die so im normalen Schulalltag nicht vorkommt,die aber noch einmal das Besondere des Tages insgesamt unterstrich. – Viel Lob gab es dann auch in der Nachbesprechung von den Politikern, die allesamt für eine Wiederholung der Veranstaltung in einer ähnlichen Form, vielleicht auch in Kooperation mit anderen Schulen plädierten.

Reinhard Künkenrenken


Schulengel.de

Letzte Änderung: 2017-03-06 05:59    © 2012 HPS     Kontakt  Webmaster openSUSE.org