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2008-06-25

Kleines Comeniustagebuch: Projekt "Thermen" in Mustla/Estland

Nach gutem Flug erreichten wir am Sonntag, den 18.Mai 2008 sicher den Flughafen von Tallinn, wo uns unsere Gastgeber herzlich begrüßten. Da wir schon den ganzen Tag unterwegs waren, schliefen einige während der zweistündigen Busfahrt nach Mustla ein.

Einige Schüler hatten zunächst große Eingewöhnungsschwierigkeiten, ein kleiner Kulturschock vielleicht. Nachdem wir uns mit der Umgebung vertraut gemacht hatten, konnten wir unsere türkischen Freunde, die in Riga gelandet waren, begrüßen.

Am Montag morgen hießen uns unsere estnischen Freunde herzlich im Tarvastu Gümnaasium in Mustla willkommen. Unsere acht Schülerinnen und Schüler nahmen am Unterricht teil, während die Lehrerteams ausführlich die Schulsysteme ihrer Länder vorstellten und miteinander verglichen. Anschließend ging es zu einer sehr kleinen Schule, die in einem alten Herrenhaus untergebracht war und in ihrer Ausstattung sehr nostalgisch, ja romantisch wirkte. Jeder Klassenraum war wie früher mit einem eigenen Kachelofen ausgerüstet, Gardinen und liebevolle Gestaltung fielen sofort ins Auge. Der ganze Stolz der Schule war eine neugebaute Turnhalle mit Fitnessraum, die auch von der Dorfbevölkerung genutzt werden konnte.

Am Nachmittag empfing uns der Bürgermeister von Mustla und wir erhielten per ppp einen Überblick über die Sehenswürdigkeiten der Gegend.

Am Abend stellten die Länderteams ihr Land, ihre Region oder Schule per Film oder Powerpoint vor. Schwerpunkt war wie im Vorjahr der ländertypische Volkstanz. Diesmal gab es eine vergnügliche Tanzstunde für alle. Hier konnte man das erste Mal eine ausgelassene Vermischung der nationalen Teams beobachten. Auffällig war, dass es den deutschen und den estnischen Schülern offenbar leichter fiel, auf einander zuzugehen als den türkischen Schülern.

Am Dienstag fuhren wir bei kalter Witterung zum Nationalpark Soomaa.

Nach Kurzreferaten zweier estnischer Schülerinnen erlebten wir eine einzigartige Landschaft, die aus Wald, aber besonders aus weitläufigen Moor- und Sumpfgebieten bestand. In diesem Bereich sollen auch Wolf, Bär ,Biber und Luchs vorkommen. Während unserer Wanderung hatte eine estnische Köchin für uns über offenem Feuer eine schmackhafte Gemüsesuppe gekocht, die wir mit gutem Appetit gemeinsam einnahmen.

Der Mittwochmorgen war für einige Jugendliche etwas beschwerlich, denn die Jugenddisco am Abend zuvor hatte einige Kräfte zusätzlich absorbiert.
Eine lange Busreise u.a .nach Otepää, Skisprungzentrum mit nagelneuer Skischanze, zum Värska Mineralwassersanatorium stand auf dem Programm und nach Tartu, der zweitgrößten Stadt Estlands. Im Sanatorium konnten wir die unterschiedlichen Heilwasser probieren, was zum Teil sehr gewöhnungsbedürftig war. Die Lehrer konnten in einer Kleingruppenführung einen Einblick in die unterschiedlichen Wassertherapien bekommen.
Das Highlight des Tages war am Nachmittag die Stadt Tartu. Imposante klassizistische Bauten prägten das Stadtbild ebenso wie postmoderne Architektur aus den Jahren des Aufbruchs nach der Sowjetherrschaft.

Am Donnerstagmorgen stand das Thema wieder im Mittelpunkt. Während die Lehrer die Arbeitsergebnisse des vergangenen Halbjahres verglichen und weitere Planungen für das Novembertreffen verabredeten, maßen die Jugendlichen bei Sport und Spaß ihre Kräfte.

Für die Weiterarbeit im November wurde vereinbart, die Duschkosten in Relation zu normalen Haushaltskosten und Lebensstandard des jeweiligen Landes zu setzen, um aussagekräftig vergleichen zu können.

Das Interimsergebnis lautete:
Die Türken duschen am billigsten, weil sie z.B. keine Abwasserkosten zu tragen haben.
Außerdem gab es eine neue Zeichenaufgabe: Die Erfindung einer fantasievollen Heißwassermaschine.

Am Freitag arbeiteten die Jugendlichen in international gemischten Gruppen zwei Stunden intensiv an der poetischenSeite des Themas, nachdem sie zuvor ihre Voten über die besten Bilder der Kunstausstellung abgegeben hatten. Das beste Elfchen-Gedicht wurde von Anika Kolodzey geschrieben und erhielt bei der anschließenden Preisverleihung viel Beifall. Die besten Bilder waren in Estland entstanden. Uns Gästen zu Ehren gab es noch ein kleines Konzert mit Liedern, die in estnischer Sprache von sehr talentierten Schülern und Schülerinnen dargeboten wurden.

Dann hieß es Koffer packen. Am nächsten Tag stand Tallinns Altstadt auf dem Programm.
Das Abschiednehmen fiel den Schülerinnen und Schülern sehr schwer. Verabredungen für den Sommer wurden getroffen, denn es war “more than an ordinary friendship”.

D.Wagner

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